Kurze Antwort: Zum Ausrichten der Zähne werden häufig vier Grundmethoden eingesetzt: auf die Zahnvorderseite geklebte Metallbrackets, Keramikbrackets in zahnähnlicher Farbe, auf der Zahninnenseite angebrachte Lingualbrackets und herausnehmbare Aligner. Keine davon ist für jede Person geeignet; die Wahl wird bei der Untersuchung nach Zahnstellung, Kieferbeziehung, Alter und Erwartungen an den Alltag getroffen.
Feste Zahnspange mit Metallbrackets
Sie besteht aus kleinen Metallteilen, die auf der Außenfläche der Zähne befestigt sind, und einem Draht, der sie verbindet. Das System wird seit vielen Jahren eingesetzt und erlaubt es, viele verschiedene Zahnbewegungen zu planen.
- Die Patientin oder der Patient muss sie nicht ein- und ausgliedern; sie bleibt während der gesamten Behandlung fest im Mund
- Sie ist im Vergleich zu den anderen Möglichkeiten besser sichtbar
- Damit sich keine Speisereste ansammeln, ist beim Zähneputzen Sorgfalt nötig
Feste Zahnspange mit Keramikbrackets (ästhetisch)
Das Funktionsprinzip entspricht dem der Metallbrackets; der Unterschied ist, dass die Brackets aus einem zahnähnlich gefärbten Material bestehen. Dadurch fallen sie weniger auf.
- Beim Lächeln kann das Erscheinungsbild natürlicher wirken
- Bei manchen Produkten können sich die Verbindungsgummis mit der Zeit verfärben, deshalb sind Ernährungsgewohnheiten wichtig
- Die Brackets erfordern aufgrund ihrer Materialstruktur einen sorgfältigen Umgang
Linguale Zahnspange
Die Brackets werden auf der zur Zunge gewandten, also von außen nicht sichtbaren Seite der Zähne angebracht. Dass sie nicht auffällt, kann ein Vorteil sein; es handelt sich aber um ein individuell angefertigtes System, und die Eingewöhnung verläuft anders.
- Anfangs können Beschwerden an der Zunge und eine vorübergehende Veränderung der Aussprache auftreten
- Die Reinigung erfordert besondere Aufmerksamkeit und Zeit
- Sie ist nicht für jede Zahnstellung und nicht für jedes Bissproblem geeignet
Aligner
Es handelt sich um durchsichtige Schienen, die anhand digitaler Abformung individuell angefertigt und nacheinander gewechselt werden. Mit jeder Schiene werden die Zähne ein kleines Stück bewegt. Planung und erwartete Bewegungen lassen sich vorab am Bildschirm zeigen, das Ergebnis hängt aber auch von der Anwendung durch die Patientin oder den Patienten ab.
- Zum Essen und Zähneputzen herausnehmbar
- Die Einhaltung der täglichen Tragedauer beeinflusst den Behandlungsverlauf unmittelbar (Wie viele Stunden täglich tragen)
- Zur Unterstützung der Bewegung können bei manchen Zähnen kleine Attachments nötig sein
- Sie sind unter Umständen nicht allein die Lösung für jedes kieferorthopädische Problem
Für einen genaueren Vergleich dieser beiden Methoden sehen Sie sich bitte unsere Seite Aligner oder Zahnspange an.
Welche Fragen stellt man bei der Wahl?
- Welche Art und welchen Schweregrad haben Engstand, Lücken oder Bissproblem der Zähne?
- Wie wichtig ist die Sichtbarkeit während der Behandlung?
- Passt die Verantwortung, die Aligner regelmäßig ein- und auszusetzen, zur Person?
- Sind Mundhygienegewohnheiten und regelmäßiges Erscheinen zu den Terminen möglich?
Welche Methode auch gewählt wird: Am Ende der Behandlung ist eine Retentionsphase (Retainer) nötig, um die neue Position der Zähne zu erhalten. Einzelheiten lesen Sie bitte auf unserer Seite Retention.
Punkte, die im Alltag einen Unterschied machen
Die Unterschiede zwischen den Methoden beschränken sich nicht auf das Aussehen. Auch die Alltagsgewohnheiten beeinflussen die Wahl.
- Ernährung: Bei festen Systemen können harte und klebrige Speisen dazu führen, dass sich Brackets lösen; bei Alignern werden diese zum Essen herausgenommen, nach der Mahlzeit werden die Zähne geputzt und die Aligner wieder eingesetzt
- Sprechen: Bei Lingualsystemen und Alignern kann in den ersten Tagen eine vorübergehende Veränderung der Aussprache auffallen (Beeinflussen Aligner das Sprechen)
- Sport und Musik: Wer ein Blasinstrument spielt oder Kontaktsport treibt, sollte mit der Ärztin oder dem Arzt über feste Brackets und Schutzvorrichtungen sprechen
- Terminhäufigkeit: Die Kontrollabstände unterscheiden sich je nach Methode und Behandlungsphase
Die Methode allein bestimmt das Ergebnis nicht
Dass die Zähne mit einem geordneten Biss stehen, hängt von vielen Faktoren ab, etwa von richtiger Diagnose, guter Planung, regelmäßigen Kontrollen und der Mitarbeit der Patientin oder des Patienten. Deshalb wäre es nicht richtig zu sagen, dass eine Methode unter allen Bedingungen der anderen überlegen sei. Selbst bei derselben Person können in verschiedenen Phasen der Behandlung unterschiedliche Hilfsmittel gemeinsam eingesetzt werden; zum Beispiel kann beim Fortschreiten mit Alignern ein festes Bracket hinzukommen, um einen bestimmten Zahn zu bewegen.
Nach der Behandlung: egal, welche Methode
Damit die Zähne in der neuen Position bleiben, ist am Ende der Behandlung eine Retention nötig. Die Verwendung eines Retainers ist unabhängig von der Methode. Bei den regelmäßigen Kontrollen wird auch der Zustand des Retainers beurteilt; bei Bruch oder Verlust sollte man sich unverzüglich an die Ärztin oder den Arzt wenden (Was tun, wenn der Retainer verloren geht). Außerdem ist bei jedem System die Mundhygiene die Grundvoraussetzung für einen gesunden Verlauf der Behandlung.
Kurz gesagt: Wichtiger als die Frage „welche ist besser“ ist die Frage „welche passt zu meiner Situation und meinem Lebensstil“. Um diese Frage zu beantworten, müssen Zähne, Kiefer und Zahnfleisch bei der Untersuchung untersucht werden.
Kurz beantwortet
Welche Zahnspangenart führt schneller zum Ergebnis?
Die Dauer hängt vom Ausmaß der Zahnbewegung, von der Knochenstruktur und von der Mitarbeit der Patientin oder des Patienten ab. Die Art von Bracket oder Aligner allein bestimmt die Dauer nicht; die Ärztin oder der Arzt nennt bei der Planung einen geschätzten Zeitraum.
Kann die Zahnspangenart während der Behandlung gewechselt werden?
In manchen Fällen kann in einer Phase des Plans zu einer anderen Methode gewechselt werden. Diese Entscheidung wird gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt anhand des aktuellen Zustands der Zähne getroffen.
Sind Aligner für alle geeignet?
Nein. Für viele Zahnstellungsprobleme leichten und mittleren Grades können sie infrage kommen; in manchen skelettalen oder komplexen Fällen können jedoch feste Systeme oder zusätzliche Apparaturen nötig sein.
Wie finden Sie heraus, was für Sie passt?
Die Angaben hier sind allgemeiner Natur; der für Sie richtige Plan wird durch Untersuchung und ärztliche Beurteilung festgelegt. In unserer Praxis in Oran, Ankara Çankaya, besprechen wir Ihre Fragen gemeinsam bei der kieferorthopädischen Erstuntersuchung.



