Was ist eine Aligner-Behandlung?
Die Aligner-Behandlung ist eine kieferorthopädische Methode, bei der statt Brackets und Drähten dünne, transparente Kunststoffschienen, die passgenau auf den Zähnen sitzen, die Zahnstellung korrigieren. Vor Behandlungsbeginn wird ein 3D-Modell der Zähne erstellt, und der Weg der Zähne von ihrer heutigen Position zur Zielposition wird am Computer Schritt für Schritt geplant. Für jeden Schritt dieses Plans wird eine eigene Schiene gefertigt.
Während die Schienen nacheinander getragen werden, wirken kontrollierte, sanfte Kräfte auf die Zähne. Der umgebende Knochen baut sich als Reaktion darauf um, und der Zahn bewegt sich langsam in seine neue Position. Die Biologie der Zahnbewegung ist in der Kieferorthopädie dieselbe – ob Brackets, Geräte oder Aligner. Unterschiedlich ist nur, wie die Kraft auf den Zahn übertragen wird.
Das türkische Wort „plak“ bezeichnet sowohl den bakteriellen Belag auf den Zähnen (Plaque) als auch kieferorthopädische Aligner. Diese Seite behandelt kieferorthopädische Aligner.
Bei welchen Problemen werden Aligner eingesetzt?
Bei richtiger Diagnose und Planung lassen sich Aligner bei vielen Zahnstellungs- und Bissproblemen einsetzen:
- Zahnengstand: Zähne, die nicht genug Platz haben und sich überlappen
- Zahnlücken (Diastema)
- Tiefbiss: Die oberen Frontzähne überdecken die unteren zu stark
- Offener Biss: Die Frontzähne berühren sich bei geschlossenem Mund nicht
- Kreuzbiss: Einige obere Zähne beißen innerhalb der unteren
- Vorstehende (nach vorn geneigte) Zähne
- Erneutes Verschieben der Zähne nach einer früheren kieferorthopädischen Behandlung (Rezidiv)
- Ausrichten der Zähne vor einem Implantat, einer Krone oder Brücke
In manchen Fällen reichen Aligner allein nicht aus. Bei deutlichen skelettalen Kieferfehlstellungen können bei Kindern im Wachstum kieferorthopädische Geräte und bei Erwachsenen eine Kieferchirurgie in Kombination mit Kieferorthopädie nötig sein. Für manche Zahnbewegungen können Minischrauben, Gummizüge oder kurzzeitig festsitzende Elemente die Aligner unterstützen.
Wie verläuft die Behandlung?
Die Aligner-Behandlung besteht im Wesentlichen aus den folgenden Schritten. Einzelheiten zu jedem Schritt finden Sie auf der Seite zum Behandlungsablauf.
- Untersuchung: Beschwerden und Erwartungen werden besprochen; Zähne, Zahnfleisch, Biss und Gesichtsstruktur werden beurteilt.
- Unterlagen: Nötige Röntgenbilder, Fotos und ein digitaler Intraoralscan werden erstellt.
- Digitale Planung: Die Zahnbewegungen werden in Schritte unterteilt; Zielposition und voraussichtliche Dauer werden mit einer 3D-Simulation gezeigt.
- Übergabe der Aligner: Bei Bedarf werden Attachments auf die Zähne geklebt, die ersten Schienen eingesetzt und die Handhabung erklärt.
- Verlaufskontrolle: Die Schienen werden meist alle 1–2 Wochen gewechselt; bei Kontrollen wird der Fortschritt geprüft und bei Bedarf ein weiterer Schienensatz geplant.
- Retention: Ein Retainer hält die Zähne in ihrer neuen Position.
Wichtige Merkmale von Alignern
Die Gründe, warum sich Patientinnen und Patienten für Aligner entscheiden, betreffen meist den Alltag. Diese Merkmale bedeuten nicht, dass die Methode für jeden geeignet ist; die Eignung wird bei der Untersuchung festgestellt.
- Kaum sichtbar: Die Schienen sind transparent und fallen beim Sprechen meist nicht auf.
- Herausnehmbar: Da sie zum Essen herausgenommen werden, gibt es weniger Einschränkungen als bei Brackets.
- Hygiene: Zähne können normal geputzt und mit Zahnseide gereinigt werden.
- Sichtbare Planung: Schritte und Ziel der Behandlung können zu Beginn mit einer digitalen Simulation gezeigt werden.
- Weniger Notfälle: Keine gelösten Brackets oder pieksenden Drähte; eine Schiene kann jedoch verloren gehen oder brechen.
Grenzen und was zu beachten ist
Der Erfolg der Aligner-Behandlung hängt stark von der Mitarbeit ab. Da die Schienen herausnehmbar sind, verhindert eine kürzere als die empfohlene Tragezeit, dass sich die Zähne planmäßig bewegen. Weitere Punkte:
- Mit eingesetzten Schienen nur Wasser trinken und nach dem Essen die Zähne putzen.
- Beim Wechsel auf eine neue Schiene ist 1–3 Tage ein Druckgefühl möglich, in den ersten Tagen auch eine leichte Veränderung der Aussprache.
- Manche komplexe Bewegungen erfordern zusätzliche Schienensätze, Attachments oder Hilfsgeräte.
- Ohne Retainer nach der Behandlung neigen die Zähne dazu, in ihre alte Position zurückzuwandern.
Für wen kann sie geeignet sein?
| Altersgruppe | Was wird beurteilt? | Passende Seite |
|---|---|---|
| Kinder (etwa 6–10 Jahre) | Kieferentwicklung, Platzmangel, Kreuzbiss und Habits | Invisalign First |
| Jugendliche (11–17 Jahre) | Durchbrechende bleibende Zähne, Wachstumslenkung, Mitarbeit | Invisalign Teen |
| Erwachsene | Zahnfleisch- und Knochengesundheit, vorhandene Füllungen/Kronen/Implantate | Kieferorthopädie ohne Brackets für Erwachsene |
Wie lange dauert die Behandlung?
Die Dauer hängt vom Schweregrad des Problems und davon ab, wie weit sich die Zähne bewegen müssen. Leichter Engstand kann in einigen Monaten korrigiert sein, umfassende Fälle dauern meist 12–24 Monate. Nach Erstellung des digitalen Plans werden Ihnen die voraussichtliche Dauer und die Anzahl der Schienen mitgeteilt. Regelmäßiges Tragen und eingehaltene Kontrollen helfen, diesen Zeitrahmen einzuhalten.
Wie werden die Kosten festgelegt?
Die Kosten einer Aligner-Behandlung werden individuell festgelegt – je nach Umfang des Falls, Anzahl der Schienen, Behandlungsdauer, zusätzlichen Maßnahmen und Retention. Angaben zu den Kosten erhalten Sie nach Untersuchung und Planung. Die Einflussfaktoren erklären wir ausführlich auf dieser Seite.
