Kurze Antwort: In den ersten Tagen nach dem Setzen eines Implantats sind leichte bis mäßige Schmerzen, Schwellungen und Empfindlichkeit häufig; meist klingen diese Beschwerden innerhalb weniger Tage ab. Das Einheilen des Implantats in den Knochen dauert dagegen in der Regel einige Monate. Die Gesamtdauer der Behandlung hängt vom Knochenangebot, von eventuell nötigen Zusatzeingriffen und von der individuellen Heilung ab.
Die ersten 24 Stunden
Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung; der Bereich wird dabei betäubt. Lässt die Betäubung nach, können im Bereich ziehende Schmerzen und Empfindlichkeit einsetzen. Allgemeine Empfehlungen für den ersten Tag:
- Beißen Sie so lange wie angegeben auf den eingelegten Tupfer.
- In den ersten Stunden kann eine Kühlung von außen in Abständen helfen, die Schwellung zu begrenzen.
- Spülen Sie nicht kräftig, spucken Sie nicht aus und trinken Sie nicht mit einem Strohhalm; dadurch kann sich das Blutgerinnsel lösen.
- Verzichten Sie auf Rauchen und Alkohol; Rauchen kann die Heilung beeinträchtigen.
- Den Kopf beim Schlafen etwas höher zu lagern, kann die Schwellung verringern.
Die ersten Tage: Schmerzen, Schwellung und Blutergüsse
Die Schwellung wird meist in den ersten zwei bis drei Tagen deutlich und geht danach allmählich zurück. Bei manchen Menschen entsteht ein Bluterguss an Wange oder Kinn; das ist vor allem bei mehreren Implantaten oder Knochenaufbau wahrscheinlicher. Wie stark die Schmerzen sind, hängt vom Umfang des Eingriffs, der Zahl der Implantate und der individuellen Schmerzempfindlichkeit ab.
Schmerzmittel und, falls nötig, Antibiotika werden unter Berücksichtigung Ihres Gesundheitszustands und Ihrer übrigen Medikamente verordnet. Nehmen Sie die verordneten Medikamente wie empfohlen ein; setzen Sie nicht eigenmächtig Medikamente hinzu oder ab.
Ernährung: Was darf man essen, was nicht?
In den ersten Tagen sind lauwarme oder kühle, weiche Speisen zu bevorzugen, die den Implantatbereich nicht belasten:
- Joghurt, Ayran (Joghurtgetränk), Pudding, Milchreis
- Lauwarme Suppen, Gemüsepüree, Kartoffelpüree
- Eier, weich gekochte Nudeln, weicher Reis
- Weiches Obst wie Bananen
Harte, knusprige, klebrige und sehr heiße Speisen sowie Kerne und Nüsse sollten Sie eine Weile meiden. Kauen Sie nach Möglichkeit auf der Seite ohne Implantat. Wann Sie wieder normal essen können, sagt Ihnen Ihre Zahnarztpraxis je nach Heilungsverlauf.
Mundpflege
Am ersten Tag können Sie die übrigen Zähne putzen, ohne den Implantatbereich zu berühren. In den folgenden Tagen können Sie den Bereich wie empfohlen sanft mit einer weichen Bürste reinigen und, falls verordnet, eine Mundspülung verwenden. Fäden werden meist bei einem Kontrolltermin entfernt. Nach abgeschlossener Heilung ist die tägliche Reinigung sehr wichtig, damit das Implantat lange gesund bleibt; ausführlich beschreiben wir das in unserem Beitrag Implantate richtig reinigen.
Wann sollten Sie die Praxis anrufen?
Melden Sie sich in folgenden Fällen umgehend:
- Wenn die Schmerzen nach einigen Tagen zunehmen, statt nachzulassen
- Wenn die Schwellung nach dem dritten Tag weiter zunimmt
- Wenn eine Blutung durch Druck nicht aufhört
- Wenn Sie Fieber, schlechten Geruch, schlechten Geschmack oder Ausfluss aus dem Bereich bemerken
- Wenn ein Taubheitsgefühl an Lippe, Kinn oder Zunge nach Abklingen der Betäubung anhält
- Wenn sich das Implantat oder die Einheilkappe darauf bewegt
Wie lange dauert eine Implantatbehandlung?
Die Implantatbehandlung besteht aus mehreren Phasen, und die Gesamtdauer ist individuell verschieden:
- Untersuchung und Planung: Menge und Struktur des Knochens werden mit Röntgen und bei Bedarf dreidimensionaler Bildgebung beurteilt. Die Planungsphase beschreiben wir in unserem Beitrag Planung von Zahnimplantaten.
- Vorbehandlungen: Bei Bedarf werden Zähne entfernt, Entzündungen behandelt oder Knochen aufgebaut. Diese Schritte können die Behandlung verlängern.
- Setzen des Implantats: Der chirurgische Schritt wird meist in einer Sitzung abgeschlossen.
- Einheilphase: Das Einwachsen des Implantats in den Knochen dauert meist einige Monate. Die Dauer hängt vom Kieferbereich, der Knochenqualität und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab. In sichtbaren Bereichen kann in dieser Zeit ein provisorischer Zahn getragen werden.
- Suprakonstruktion: Nach abgeschlossener Einheilung wird ein Abdruck oder Scan genommen und der endgültige Zahn auf dem Implantat angefertigt.
In manchen geeigneten Fällen kann schon nach kurzer Zeit ein provisorischer Zahn auf dem Implantat befestigt werden; ob das möglich ist, wird anhand des Knochenangebots und der Primärstabilität des Implantats entschieden. Zu den allgemeinen Phasen der Implantatbehandlung und für wen sie geeignet ist, lesen Sie unseren Beitrag Zahnimplantat: für wen geeignet?
Gewohnheiten, die die Heilung unterstützen
Einige einfache Gewohnheiten können die Heilungsphase erleichtern. Allgemein empfohlen werden ausreichendes Trinken, eine ausgewogene, weiche Kost und in den ersten Tagen der Verzicht auf schweren Sport und anstrengende Arbeiten mit Bücken. Wenn Sie eine herausnehmbare Prothese tragen, fragen Sie in der Praxis, wann und wie Sie sie über dem Implantatbereich tragen dürfen; ungünstiger Druck kann die Heilung beeinträchtigen. Wichtig ist auch, keine Kontrolltermine auszulassen: Dabei werden Nähte, die Heilung des Zahnfleischs und der Zustand des Implantats beurteilt. Bei einer chronischen Erkrankung wie Diabetes ist eine gute Einstellung für die Heilung besonders wichtig.
Kurz beantwortet
Wie viele Tage dauern Schmerzen nach einem Implantat?
In den meisten Fällen lassen Schmerzen und Empfindlichkeit innerhalb der ersten Tage deutlich nach. Umfang des Eingriffs und individuelle Heilung können das verändern; bei zunehmenden Schmerzen sollten Sie die Praxis aufsuchen.
Ist eine Schwellung nach dem Implantat normal?
Ja, Schwellungen und manchmal Blutergüsse sind in den ersten Tagen zu erwarten. Die Schwellung wird meist in den ersten zwei bis drei Tagen deutlich und geht dann zurück. Eine weiter zunehmende Schwellung sollte gemeldet werden.
Wann kann man nach einem Implantat wieder arbeiten?
Das hängt vom Umfang des Eingriffs und von Ihrer Tätigkeit ab. Viele Menschen können nach kurzer Zeit in den Alltag zurückkehren; bei körperlich schwerer Arbeit holen Sie sich bitte ärztlichen Rat.
Darf man nach einem Implantat rauchen?
Rauchen kann die Heilung und das Einwachsen des Implantats in den Knochen beeinträchtigen. Vor und nach dem Eingriff wird empfohlen, nicht zu rauchen; wie lange Sie pausieren sollten, besprechen Sie mit Ihrer Zahnarztpraxis.
Wie finden Sie heraus, was für Sie passt?
Die Angaben hier sind allgemeiner Natur; welche Option für Sie die richtige ist, wird durch Untersuchung und ärztliche Beurteilung festgelegt. Informationen zu Terminen und Anfahrt finden Sie auf unserer Kontaktseite.



