Kurze Antwort: Ein Zahnimplantat ist eine Titanschraube, die anstelle der Wurzel eines fehlenden Zahns im Kieferknochen verankert wird, samt darauf angefertigter Zahnrestauration. Es kann bei vielen Erwachsenen mit guter Allgemeingesundheit und ausreichendem Zahnfleisch- und Knochenzustand in Betracht kommen; die Eignung wird jedoch von der Ärztin oder dem Arzt anhand von Untersuchung und dreidimensionaler Bildgebung festgelegt.
Was ist ein Zahnimplantat?
Ein Implantat ist eine kleine Schraube, die die Aufgabe der natürlichen Zahnwurzel übernehmen soll. Nach der Einheilung im Knochen werden darauf ein Verbindungsteil, das sogenannte Abutment, und der Zahn (die Krone) befestigt. Bei einem fehlenden Zahn, mehreren fehlenden Zähnen oder zahnlosen Kiefern können unterschiedliche Pläne erstellt werden. Die Möglichkeiten haben wir allgemein in unserem Beitrag Behandlungsmöglichkeiten bei Zahnlosigkeit beschrieben.
Für wen kann es geeignet sein?
- Erwachsene, denen ein oder mehrere Zähne fehlen
- Personen, deren Kieferwachstum abgeschlossen ist
- Personen mit ausreichendem Knochenvolumen, um das Implantat zu tragen (bei Bedarf kann ein Knochenaufbau geplant werden)
- Personen, deren Zahnfleischerkrankung unter Kontrolle ist
- Personen, die ihre Mundpflege regelmäßig sorgfältig durchführen können
In welchen Situationen ist Vorsicht geboten?
Die folgenden Situationen schließen ein Implantat nicht unbedingt aus, können aber eine zusätzliche Abklärung, Vorsichtsmaßnahmen oder eine Vorbehandlung erfordern:
- Nicht kontrollierter Diabetes und einige systemische Erkrankungen
- Einnahme bestimmter Medikamente, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen
- Rauchen
- Unbehandelte Zahnfleischerkrankung
- Unzureichendes Knochenvolumen
- Phasen wie Kindheit und Jugend, in denen die Kieferentwicklung noch andauert
Teilen Sie bei der Untersuchung unbedingt Ihre Medikamente und Ihre Krankengeschichte mit.
Welche Phasen umfasst der Ablauf?
- Untersuchung und Bildgebung: Es erfolgen eine Untersuchung des Mundes, Röntgenbilder und bei Bedarf eine dreidimensionale Tomografie.
- Planung: Knochenmenge, Nachbarzähne und Zahnfleischzustand werden beurteilt. Digitale Planung kann zum Einsatz kommen; Einzelheiten finden Sie in unserem Beitrag digitale Planung bei Implantaten.
- Operative Phase: Der Eingriff erfolgt meist in örtlicher Betäubung; das Implantat wird in den Knochen eingesetzt.
- Einheilphase: Für die Verbindung mit dem Knochen wird eine Zeit lang gewartet. Die Dauer hängt von Person und Region ab.
- Prothetische Phase: Nach Abschluss der Einheilung wird ein Abdruck genommen und der Zahn angefertigt.
- Kontrollen: Regelmäßige Kontrollen und professionelle Reinigung werden eingeplant.
Die grundlegenden Schritte der Planung können Sie in unserem Beitrag Planung bei der Implantatbehandlung nachlesen.
Was ist nach dem Eingriff zu erwarten?
- In den ersten Tagen können leichte Schwellungen, Empfindlichkeit oder Blutungen auftreten; bei den meisten Personen lassen sie in kurzer Zeit nach.
- Die von der Ärztin oder dem Arzt empfohlenen Medikamente und die Anweisungen zur Kühlung sind zu befolgen.
- In den ersten Wochen sollte man harte Speisen meiden und den Bereich schonend reinigen.
Welche Alternativen zum Implantat gibt es?
Das Implantat ist nicht die einzige Möglichkeit bei fehlenden Zähnen. Die Ärztin oder der Arzt erläutert je nach Zustand der Nachbarzähne, Knochenstruktur und Ihren Erwartungen auch Alternativen:
- Feste Brücke: Sie stützt sich auf die Zähne neben der Lücke; diese Zähne müssen beschliffen werden.
- Herausnehmbare Prothese: Sie lässt sich ein- und ausgliedern; sie benötigt keine Knochenunterstützung, unterscheidet sich aber in Komfort und Halt.
- Implantatgetragene Restauration: Sie soll den fehlenden Zahn ersetzen, ohne die Nachbarzähne zu berühren.
- Die Lücke kieferorthopädisch schließen: In manchen Fällen kann die Lücke verkleinert werden, indem Zähne bewegt werden.
Für Fälle, in denen Implantat und Kieferorthopädie gemeinsam geplant werden, schauen Sie sich bitte unsere Seiten Implantat und Kieferorthopädie und gemeinsame Planung von Alignern und Implantat an.
Unterschiede zwischen Implantat und natürlichem Zahn
Auch wenn ein Implantat den natürlichen Zahn ersetzen soll, ist es nicht gleich aufgebaut. Das Bindegewebe (Desmodont), das die natürliche Zahnwurzel umgibt, fehlt beim Implantat; deshalb sind Pflege und Kontrolle des Gewebes um das Implantat besonders wichtig. Auch Kaugewohnheiten, Zähnepressen und der allgemeine Gesundheitszustand können die langfristige Gesundheit des Implantats beeinflussen. Daher wird bei der Planung nicht nur der fehlende Zahn betrachtet, sondern der gesamte Mund.
Worauf sollten Sie sich für die Untersuchung vorbereiten?
- Eine Liste Ihrer Medikamente und durchgemachten Erkrankungen
- Falls vorhanden, alte Röntgenbilder und Behandlungsunterlagen
- Offene Angaben zu Ihren Rauch- und Trinkgewohnheiten
- Ihre Erwartungen und Fragen
Diese Angaben helfen der Ärztin oder dem Arzt, einen auf Sie zugeschnittenen und sicheren Plan zu erstellen.
Häufige Punkte im Behandlungsverlauf
- Rauchen und Medikamente: Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, da sie die Heilung beeinflussen können.
- Provisorischer Zahn: In manchen Fällen kann während der Heilung eine vorübergehende Lösung geplant werden.
- Kontrolltermine: Heilung und Einheilung werden mit Röntgenbild und Untersuchung verfolgt.
- Angst: Wenn Sie Sorgen haben, kann ein Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt dazu beitragen, dass Sie sich während des Eingriffs wohler fühlen.
Wie bei jeder Behandlung ist zu bedenken, dass auch beim Implantat Risiken wie Infektionen, Heilungsstörungen oder eine ausbleibende Einheilung des Implantats im Knochen bestehen können und dass diese gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt abgewogen werden.
Für den langfristigen Erfolg
Das Gewebe um das Implantat braucht Pflege wie natürliche Zähne. Regelmäßiges Zähneputzen, Reinigung der Zwischenräume und regelmäßige Kontrollen sind wichtig. Praktische Hinweise finden Sie in unserem Ratgeber zur Implantatreinigung. Zahnfleischerkrankungen, Rauchen und unregelmäßige Kontrollen können das Gewebe um das Implantat negativ beeinflussen.
Kurz beantwortet
Wird die Implantatbehandlung bei allen durchgeführt?
Nein. Allgemeingesundheit, Knochen- und Zahnfleischzustand werden gemeinsam beurteilt; bei manchen Personen können Alternativen oder eine Vorbereitung nötig sein.
Wie lange dauert die Implantatbehandlung?
Die Dauer ist je nach Knochensituation, Heilungsgeschwindigkeit und geplanter Restauration von Person zu Person verschieden. Die Ärztin oder der Arzt schlägt nach der Untersuchung einen Zeitplan vor.
Was geschieht bei unzureichendem Knochen?
In manchen Fällen kann ein Knochenaufbau (Augmentation) oder eine andere Planung erwogen werden. Diese Entscheidung wird anhand der Bildgebungsergebnisse getroffen.
Wie finden Sie heraus, was für Sie passt?
Die Angaben hier sind allgemeiner Natur; der für Sie richtige Plan wird durch Untersuchung und ärztliche Beurteilung festgelegt. In unserer Praxis in Oran, Ankara Çankaya, besprechen wir Ihre Fragen gemeinsam. Für Termin und Anfahrt sehen Sie sich bitte unsere Kontaktseite an.



