Digitale Zahnmedizin

Wie funktionieren digitaler Scan und 3D-Planung in der Kieferorthopädie?

Intraoraler digitaler Scan und 3D-Behandlungsplanung in der Kieferorthopädie

Kurze Antwort: Ein Intraoralscanner erstellt in wenigen Minuten ohne Abdruckmaterial ein dreidimensionales Bild Ihrer Zähne und Ihres Zahnfleischs. Dieses Bild wird am Computer in eine Planungssoftware übertragen; die Ärztin oder der Arzt plant die Zahnbewegung Schritt für Schritt und kann sie Ihnen als Simulation zeigen. Die Simulation beschreibt den angestrebten Plan; das tatsächliche Ergebnis kann je nach Reaktion der Zähne und Gewebe der Person variieren.

Wie wird ein digitaler Scan durchgeführt?

Die Ärztin oder der Arzt führt den kleinen, stiftförmigen Scanner in Ihrem Mund über Ihre Zähne. Der Scanner fügt Hunderte von Bildern zusammen und wandelt Oberkiefer, Unterkiefer und Bissverhältnis am Bildschirm in ein dreidimensionales Modell um. Der Vorgang dauert in der Regel einige Minuten und es befindet sich kein Abdruckmaterial im Mund. Bei einem herkömmlichen Abdruck können der Löffel und die Masse im Mund besonders für Menschen mit Würgereiz unangenehm sein; beim digitalen Scan entfällt dies meist.

Reicht ein Scan allein aus?

Nein. Ein digitaler Scan zeigt die sichtbare Oberfläche der Zähne. Für Zahnwurzeln, Knochenstruktur, verlagerte Zähne und Kieferverhältnis sind ein Panoramaröntgenbild, bei Bedarf ein Fernröntgenseitenbild und in manchen Fällen eine dreidimensionale Bildgebung erforderlich. Die Planung erfolgt durch gemeinsame Beurteilung dieser Unterlagen. Zur Bedeutung der Untersuchung lesen Sie bitte unsere Seite zur ersten kieferorthopädischen Untersuchung.

Wie funktioniert die 3D-Planung?

  1. Erfassung der Unterlagen: Scan, Fotos, Röntgenbilder und Bissregistrat
  2. Festlegung des Ziels: Die Ärztin oder der Arzt bestimmt die Position, die Zähne und Bissverhältnis voraussichtlich erreichen sollen
  3. Schrittweiser Bewegungsplan: Es wird geplant, in welcher Reihenfolge und in welche Richtung sich die Zähne bewegen und, falls nötig, wo Approximalreduktion, Attachments oder Gummizüge eingesetzt werden
  4. Prüfung der Simulation: Die Ärztin oder der Arzt geht den Plan gemeinsam mit Ihnen durch und nimmt bei Bedarf Änderungen vor
  5. Umsetzung: Aligner oder andere Apparaturen werden entsprechend dem Plan hergestellt
  6. Kontrollen: Während der Behandlung wird der Fortschritt durch neue Scans und Vergleiche überwacht

Einzelheiten dazu, was die digitale Simulation aussagt, lesen Sie in unserem Beitrag zur digitalen Simulation bei der Aligner-Planung.

Vorteile der digitalen Planung

  • Ein angenehmerer Aufnahmeprozess, da kein Abdruckmaterial verwendet wird
  • Fragen stellen können, indem man den Zahnbewegungsplan am Bildschirm sieht
  • Aligner und Apparaturen lassen sich nach individuellen Maßen herstellen
  • Scans lassen sich während der gesamten Behandlung vergleichen
  • Die Unterlagen können digital gespeichert werden

Was sind die Grenzen?

  • Die Simulation ist ein Plan; sie bedeutet nicht, dass das Ergebnis genau so eintritt, denn die Zahnbewegung ist von Mensch zu Mensch verschieden.
  • Tragedauer der Aligner, Befolgen der ärztlichen Empfehlungen und biologische Reaktion beeinflussen das Ergebnis.
  • Der Scan ersetzt weder Röntgenbilder noch die klinische Untersuchung.
  • Nicht jedes kieferorthopädische Problem lässt sich allein mit Alignern lösen; in manchen Fällen werden eine zusätzliche Apparatur oder chirurgische Unterstützung erwogen.

Um zu sehen, wie ein Aligner geplant wird, können Sie auch unsere Seite zur Aligner-Behandlung ansehen.

Wo wird der digitale Scan außer in der Kieferorthopädie eingesetzt?

Dieselbe Technologie wird auch bei der Implantatplanung, bei der Herstellung von Kronen und Brücken und beim Smile Design verwendet. Ein dreidimensionales Modell der Zähne erleichtert die Planung in verschiedenen Bereichen.

Was bringt die digitale Planung der Patientin oder dem Patienten?

Wird die Planung am Bildschirm sichtbar, fällt es leichter, über das Behandlungsziel und die Zwischenschritte zu sprechen. Zum Beispiel kann gemeinsam durchgegangen werden, welche Zähne sich zuerst bewegen, wohin die Attachments gesetzt werden oder ob zwischen den Zähnen Platz geschaffen werden muss. Diese Transparenz erhöht die Beteiligung der Patientin oder des Patienten am Prozess.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die während der Behandlung angefertigten Scans mit dem Plan verglichen werden können. Ob die Aligner wie geplant sitzen und ob die Zähne die erwartete Position erreichen, wird bei den Kontrollterminen beurteilt. Bei Bedarf wird der Plan aktualisiert und es werden neue Aligner hergestellt. Unseren Leitfaden zur Aligner-Anwendung finden Sie auf der Seite Leitfaden zu Anwendung und Pflege von Alignern.

Vorbereitung auf den Scan

  • Putzen Sie die Zähne und reinigen Sie den Mund; so wird die Aufnahme klarer.
  • Sagen Sie der Ärztin oder dem Arzt, wenn Sie kürzlich eine neue Füllung oder Krone erhalten haben.
  • Wenn Sie einen Würgereiz haben, sagen Sie das vorher; während des Scans können Pausen eingelegt werden.

Nach dem Scan werden die Unterlagen digital gespeichert und während der gesamten Behandlung verwendet. Einzelheiten zum Schutz personenbezogener Daten finden Sie auf unserer Seite zur KVKK-Informationspflicht (Datenschutzhinweis).

Fazit

Digitaler Scan und dreidimensionale Planung sind Werkzeuge, die den kieferorthopädischen Prozess verständlicher und nachvollziehbarer machen. Sie ersetzen jedoch weder Untersuchung noch Röntgenbilder noch ärztliche Beurteilung, sondern unterstützen die klinische Entscheidung der Ärztin oder des Arztes. So detailliert die Simulation den Plan auch beschreibt: Geschwindigkeit und Ergebnis der tatsächlichen Zahnbewegung können von Mensch zu Mensch variieren.

Kurz beantwortet

Tut ein digitaler Scan weh?

Der Scanner nimmt Bilder auf, ohne die Zähne zu berühren oder nur leicht berührend. Die meisten Menschen empfinden beim Scan keine Beschwerden; bei eingeschränkter Mundöffnung kann es länger dauern.

Tritt das Ergebnis der Simulation genau so ein?

Die Simulation zeigt den angestrebten Plan. Da die Zahnbewegung von Mensch zu Mensch variieren kann, kann der Plan bei den Kontrollen aktualisiert werden.

Ersetzt der digitale Scan das Röntgenbild?

Nein. Der Scan erfasst die sichtbare Oberfläche der Zähne; für die Beurteilung von Wurzeln, Knochen und verlagerten Zähnen werden Röntgenbilder und bei Bedarf dreidimensionale Bildgebung eingesetzt.

Wie finden Sie heraus, was für Sie passt?

Die Informationen hier sind allgemein gehalten; der richtige Plan für Sie wird durch Untersuchung und ärztliche Beurteilung festgelegt. In unserer Praxis in Oran, Çankaya, Ankara, besprechen wir Ihre Fragen gemeinsam bei der ersten kieferorthopädischen Untersuchung.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information; für Diagnose und Behandlungsentscheidung ist eine Untersuchung nötig. Dieser Artikel wurde aus dem Türkischen übersetzt.

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